Eine polnische retrospektive Beobachtungsstudie mit 230 Patienten deutet auf eine gute Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin auch bei fortgeschrittener Multipler Sklerose nach mehreren vorhergehenden krankheitsmodifizierenden Behandlungen.
Infektionsraten bei multipler Sklerose (MS) werden nach einer retrospektiven Kohortenstudie mit fast 500 Patienten sowohl von der Wirkstoffwahl als auch von Patienten-bezogenen Faktoren beeinflusst. Natalizumab erschien sicher über einen längerfristigen Einsatz, während Fumarate häufiger mit schweren Infektionen einhergingen. Dies könnte jedoch mit der damit behandelten, speziellen Patientengruppe in Zusammenhang stehen.
In einem systematischen Review mit Metaanalyse über 52 Studien konnte die Wirksamkeit der aktuellen und neuen Wirkstoffe zur Behandlung pädiatrischer MS gezeigt werden. Speziell hochwirksame Medikamente wie Natalizumab oder Ocrelizumab konnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese schwierige Erkrankungssituation zu managen und die jährliche Schubrate zu reduzieren.
In einer randomisiert-kontrollierten Multizentrenstudie trug orales Cholecalciferol (100 000 IU, alle 2 Wochen) signifikant zur Reduktion der Krankheitsaktivität bei klinisch-isoliertem Syndrom und schubförmig-remittierender MS im frühen Stadium bei. Das Potential dieser Behandlungsoption, auch als ergänzende Therapie in Form von Vitamin-D-Pulsen im weiteren Verlauf der MS, sollte weiter untersucht werden, so das Fazit der Autoren.
Eine randomisiert-kontrollierte Studie zeigte die Äquivalenz von Biosimilar-Kandidat und Referenz-Ocrelizumab in Bezug auf die jährliche Schubrate über 48 Wochen bei schubförmig-remittierender MS. Die Wirkstoffe unterschieden sich auch nicht in weiteren Wirksamkeits- und Sicherheitsaspekten über 96 Wochen.
Zuhause durchgeführte Hirnstimulation mittels transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) in Kombination mit Handgeschicklichkeitstraining kann Verbesserungen der Handmotorik und Lebensqualität bei progressiver MS erreichen, zeigte eine randomisiert-kontrollierte Studie mit 65 Teilnehmern.
Chronische Erkrankungen wie die Multiple Sklerose schränken häufig im Alltag ein und stellen eine Hürde für die gewohnte Arbeit dar. Dies kann je nach persönlicher Situation, Beruf und Krankheitssymptomen sehr unterschiedlich aussehen. Dementsprechend sind auch individuelle Lösungen nötig.
Multiple Sklerose (MS) ist längst keine Erkrankung junger Menschen mehr, selbst wenn sie häufiger in jüngeren Jahren einsetzt. Früherkennung und moderne Therapie ermöglichen den meisten Patienten ein langes Leben. Damit stellen sich inzwischen allerdings häufiger neue Fragen im Management der MS, da ein höheres Alter ein wichtiger, die Therapie beeinflussender Faktor ist.
Die Wirksamkeit von BTKi Evobrutinib zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose ist nicht der von Teriflunomid überlegen, zeigte eine Analyse über 2 Phase-3-Studien. Jedoch kam es zu mehr Problemen mit dem BTKi speziell mit Blick auf die Leberfunktion.
Bei der Multiplen Sklerose (MS) greift das eigene Immunsystem Nervenzellen an und führt mit der Zeit zu einer Vielzahl von Schädigungen. Die MS erfordert fast immer eine medikamentöse Behandlung, um fortschreitende Nervenschäden zu verhindern. Die Erkrankung geht jedoch auch mit Infektionsrisiken einher.
Begleiterkrankungen sind häufig bei der Multiplen Sklerose (MS), auch in klinischen Studien zur Behandlung der MS, zeigte eine Metaanalyse über 17 Studien mit 17 926 Teilnehmern. Besonders oft traten Depression und Bluthochdruck auf.
Eine Metaanalyse über 15 Kohortenstudien und 11 Fallserien fand, dass Natalizumab bei hochaktiver RRMS mit mindestens einem Schub im Vorjahr trotz Therapie effektiver war als Vergleichstherapien.
Die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch gewandelt. Eine frühere Diagnose, raschere Behandlung und neue Wirkstoffe sind Faktoren, die Betroffenen ein längeres Leben mit geringerer Beeinträchtigung ermöglichen. Gleichzeitig hat sich das Verständnis für die Bedürfnisse von MS-Patienten weiterentwickelt: Ein zunehmendes Alter und mögliche Begleiterkrankungen nehmen mittlerweile größere Rollen in der Therapie ein.