Ob die Bestrahlung der Brustwand zusätzlich zu Brustamputation, Entfernung von Lymphknoten aus der Achselhöhle und systemischer Therapie Vorteile für die Patientinnen bringt, untersuchte diese internationale Studie. An der im renommierten New England Journal of Medicine publizierten Untersuchung nahmen Patientinnen teil, die der mittleren Risikokategorie zugeteilt waren.
Brustkrebs-Patientinnen wird im Rahmen der Nachsorge eine jährliche Mammographie empfohlen. Wissenschaftler untersuchten, ob ein größerer Zeitraum zwischen den Mammographien ebenso vertretbar ist. Sie stellten fest, dass im Hinblick auf das brustkrebsspezifische Überleben eine weniger häufige Mammographie der jährlichen Mammographie nicht unterlegen ist – bei Patientinnen, die mindestens 50 Jahre alt waren und seit mindestens drei Jahren rückfallfrei waren.
Sacituzumab Govitecan ist für die Behandlung von Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem, triple‑negativem Brustkrebs zugelassen, wenn sie bereits mindestens zwei systemische Therapien erhalten haben. Ein internationales Forscherteam zeigte, dass sich der Wirkstoff auch als Erstlinientherapie bei fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs eignen könnte. Im Vergleich zu einer Chemotherapie verlängerte Sacituzumab Govitecan das progressionsfreie Überleben der Betroffenen.
Trastuzumab Deruxtecan ist als Monotherapie zur Behandlung von Patienten mit inoperablem oder metastasiertem, HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens eine gegen HER2-gerichtete Therapie erhalten haben, zugelassen. Ein internationales Forscherteam untersuchte den Wirkstoff bei Betroffenen ohne vorangegangene HER2- oder Chemotherapie. Sie stellten fest, dass der Wirkstoff in Kombination mit Pertuzumab im Vergleich zur Standardtherapie das progressionsfreie Überleben der Patienten verlängerte.
Ein systematischer Review mit Netzwerk-Metaanalyse über 43 randomisiert-kontrollierte zeigte, dass die etablierten Brustkrebs-Wirkstoffe Tamoxifen, Raloxifen und Aromataseinhibitoren auch zur primären Risikoreduktion für Brustkrebs genutzt werden könnten. Darüber hinaus identifizierte die Studie Thiazolidinedione und SERM der 3. Generation als vielversprechende Wirkstoffe zur Brustkrebsprävention.
Eine Weiterbehandlung mit Aromataseinhibitoren über weitere 5 Jahre nach adjuvanter Behandlung über mindestens 5 Jahre reduzierte das Risiko für ein Wiederauftreten von Brustkrebs signifikant, trotz substanzieller Nicht-Adhärenz, zeigte eine Metaanalyse über 12 randomisierte Studien.
Überlebende einer Brustkrebserkrankung haben nach einer retrospektiven Kohortenstudie mit 70 tausend Patientinnen für bis zu 5 Jahre ein niedrigeres Risiko für eine Alzheimererkrankung. Dies wurde besonders für Frauen ab 65 Jahren festgestellt und schien mit Bestrahlungen in Zusammenhang zu stehen. Weitere Studien müssen mögliche dem Zusammenhang zugrundeliegenden Mechanismen klären.
Während einer Chemotherapie ist das Risiko für Zahnfleischentzündungen erhöht, insbesondere wenn keine unterstützenden Maßnahmen zur Mundgesundheit getroffen werden. Aktuelle Studiendaten konnten nun zeigen, dass eine ergänzende Photobiomodulationstherapie während einer Chemotherapie Zahnfleischentzündungen reduzieren und begleitende Schmerzen lindern kann.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 9 Studien fand, dass die Kombination von Pyrotinib mit Trastuzumab eine wirksamere neoadjuvante Behandlungsoption bei HER2-positivem Brustkrebs bieten kann als Trastuzumab allein. Die Kombination erwies sich jedoch nicht als wirksamer als Pertuzumab + Trastuzumab und war mit mehr Durchfall im Vergleich zur Trastuzumab-Monotherapie assoziiert.
Zirkulierende Tumorzellcluster sind mit Krankheitsprogression und verringerten Überlebensraten bei verschiedenen Krebsarten verbunden. Eine Machbarkeitsstudie mit 9 Frauen mit metastasierendem Brustkrebs zeigte, dass die Behandlung mit dem Na+/K+-ATPase-Inhibitor Digoxin die durchschnittliche Clustergröße zirkulierender Tumorzellcluster verringern kann.
Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs erreichten in einer klinischen Studie der Phase 3 mit 874 Patienten ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben mit Imlunestrant als mit der Standardtherapie, wenn eine ESR1-Mutation vorlag, nicht aber in der Gesamtpopulation. Imlunestrant-Abemaciclib verbesserte das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Imlunestrant, unabhängig vom ESR1-Mutationsstatus, signifikant, jedoch mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen.
Eine retrospektive Beobachtungsstudie in einer indischen Klinik fand, dass Männer mit Brustkrebs 3 % der gesamten Fälle darstellten. Patienten erkrankten häufig zwischen 41 und 60 Jahren. Die Daten zeigten einen höheren Anteil an triple-negativem Brustkrebs im Vergleich zu früheren Untersuchungen. Die Autoren plädieren für genetische Testung von Männern mit Brustkrebs für eine frühzeitig bestmögliche Therapiewahl.
Eine Nahrungsergänzung mit täglich Omega-3-Fettsäuren und wöchentlich Vitamin D über insgesamt 9 Wochen führte zu signifikanten Verbesserungen in Lebensqualität und Entzündungsmarkern bei Frauen mit neu-diagnostiziertem Brustkrebs in der Chemotherapie, zeigte eine randomisiert-kontrollierte, offene Studie mit 88 Patientinnen.