Migränebehandlungen sind entweder akut, um Kopfschmerzen und damit zusammenhängende Symptome zu lindern, oder präventiv, um die Frequenz, Dauer und Stärke der Anfälle zu mindern. Akuttherapien beinhalten dabei Wirkstoffe wie Aspirin oder Ibuprofen, aber auch die speziell für Migräne entwickelten Triptane. Diese wirken allerdings nicht bei jedem Migränepatienten oder können wegen Herz-Kreislauf-Risiken nicht genutzt werden. Die Zulassung neuer Wirkstoffe könnte in solchen Fällen möglicherweise Abhilfe schaffen.
Auch bei Patienten ab 50 Jahren kommt Migräne häufig vor. Allerdings steigt in dieser Altersklasse auch das Vorkommen von Gefäßerkrankungen. Triptane sind gefäßverengende Wirkstoffe, die bei Migräne verschrieben werden. Bei zusätzlich auftretenden Gefäßerkrankungen könnten sie das Wohlbefinden hingegen sogar verschlechtern und zu zusätzlichen Gesundheitsrisiken führen. In dieser Studie wurden Datenbanken genutzt, um zu analysieren, wie häufig Triptane bei Migränepatienten über 50 Jahren eingesetzt werden und wie dies in Zusammenhang mit Gefäßerkrankungen steht.
Die langfristig angelegte Studie konnte die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Botulinumtoxin-Behandlung von chronischer Migräne auch für eine Behandlungsdauer von über einem Jahr bestätigen. Die Therapie konnte langfristig wirksam die Zahl der Kopfschmerztage reduzieren und war dabei typischerweise gut verträglich.
In dieser Studie in zwei Notaufnahmen zeigte sich das Opioid Hydromorphon als deutlich weniger wirksam gegen Migräne als das Antiemetikum Prochlorperazin. Die Forscher können daher den Einsatz von Hydromorphon nicht als erste Wahl für die akute Migränebehandlung in der Klinik empfehlen.
Migränepatienten, die an hartnäckiger chronischer Migräne leiden, haben an 15+ Tagen im Monat, seit mindestens 3 Monaten, wiederkehrende Kopfschmerzen. Das Neurotoxin Botulinumtoxin-A wurde in dieser Studie als Therapie für chronische Migräne auf seine Wirksamkeit untersucht. Sprachen Patienten darauf an, konnte die Arbeitsunfähigkeit reduziert werden – jedoch wirkte die Behandlung nur bei rund jedem 5. Patienten ausreichend.
Migräne gilt als eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in der Bevölkerung. Vorhandene Migränemedikamente wirken aber nicht bei jedem Patienten gleich gut. Dementsprechend gibt es nach wie vor zu viele Patienten, die keine passende oder speziell für Migräne entwickelte Therapie finden. Atogepant wurde nun als neues prophylaktisches Medikament gegen Migräne untersucht.
Prophylaktisch gegebenes Diphenhydramin konnte mögliche extrapyramidale Symptome (Bewegungsstörungen) der Behandlung mit Mitteln gegen Übelkeit und Migräne, Dopamin-D2-Antagonisten-Antiemetika (z. B. Metoclopramid), vor allem bei Bolus-Injektion (statt Infusion) des Antiemetikums reduzieren. Das Mittel half aber nicht bei langsamer Infusion der Antiemetika. Bei Infusionen wurden aber generell seltener extrapyramidale Nebenwirkungen hervorgerufen.
Wie gut kommen Betroffene mit Migräne mit ihrem Alltag klar, und wie sehr kann eine neue Prophylaxebehandlung dabei helfen? Um zu erfassen, wie gut Galcanezumab, der neue Antikörper gegen das Migräneeiweiß CGRP, im Vergleich zu einem Placebo Migräne-Patienten subjektiv spürbar hilft, wurden Patientenberichte analysiert. Alltagsaktivitäten wurden seltener von der Migräne eingeschränkt oder verhindert und die empfundene Lebensqualität stieg an. Dazu trug auch wesentlich die gesenkte Zahl der Tage mit Migränekopfschmerz bei.
Amerikanische Neurologen analysierten in einer vergleichenden Übersichtsstudie, ob Migräne und hormonelle Verhütung gemeinsam das Schlaganfallsrisiko erhöhen und ob dies mit der Dosierung des Verhütungsmittels Estrogen zusammenhängt. Sie fanden, dass es für eine abschließende Einschätzung der Effekte deutlich bessere Studien braucht. Die bisher vorhandenen Daten deuten zwar zusätzlich erhöhte Risiken bei Migräne mit Aura an, das absolute Schlaganfallrisiko ist allerdings auch mit solchen Risikofaktoren eher gering.
Zusammenfassend fanden die Neurologen einer amerikanischen Kinderklinik eine gute Wirksamkeit von kontinuierlich verabreichtem Valproat bei kleinen Patienten mit Status migraenosus. Das Mittel war in dieser Form sicher und gut verträglich und erreichte die Schmerzfreiheit bei der Mehrzahl der Kinder.
Wie schnell wirkt der Antikörper Fremanezumab gegen Migräne? Dies ermittelten Forscher in einer nachträglichen Analyse. Die Untersuchung bei Patienten mit hochfrequent episodischer Migräne zeigte einen vorbeugenden Effekt bereits ab der ersten Woche nach der Behandlung.
Diese kleine Pilotstudie ermittelte bei Patienten mit Multipler Sklerose, pseudobulbarem Affekt und Migräne, ob die Behandlung des pseudobulbaren Affekts mit der Medikamentenkombination DMQ auch positiv auf die Migräneerkrankung einwirken kann. Tatsächlich wurden sowohl Häufigkeit als auch Schweregrad der Migräne verbessert. Größere klinische Studien müssen nun untersuchen, ob diese Behandlung auch für weitere Migränebetroffene eine mögliche Alternative zu bisherigen Prophylaxen sein könnte.
Zur Ermittlung der kardiovaskulären Sicherheit der prophylaktischen Behandlung mit Galcanezumab wurden Blutdruck, Puls, EKG und klinische kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne bestimmt. In dieser Analyse über drei Studien war der Anteil an Patienten mit kardiovaskulären Ereignissen niedrig. Ernste adverse Ereignisse waren selten und ähnlich in Galcanezumab- und Behandlungsgruppen. Demnach zeigte sich hier ein gutes Sicherheitsprofil, das durch längerfristige Studien mit größeren Kohorten besser charakterisiert werden sollte.